Kategorie: Impuls

Was ist Ostern für dich?

Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum. Zu diesem Fest denken Gläubige der ganzen Welt an das „Mysterium“ (Geheimnis) der letzten Tage und der Auferstehung von Jesus von Nazareth. Ohne diese Ereignisse wäre das Christentum nicht entstanden. Sie beinhalten wesentliche Inhalte des christlichen Glaubens.

Die besonderen Feierlichkeiten sind aber nicht nur ein leeres Erinnern an etwas, das vielleicht einmal war. In den Tagen der Karwoche und des Osterfests kommt vieles vor, das es in ähnlicher Weise auch in unserem Leben gibt. Ich möchte gerne ein paar Aspekte daraus skizzieren:

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein. Es ist Feierstimmung. Die Menschen jubeln und sind hoffnungsvoll. – Auch in unserem Leben gibt es solche Tage, wo wir ausgelassen feiern und hoffnungsvoll sind.

Gründonnerstag Abend: Jesus isst gemeinsam mit seinen Jüngern zu Abend. Es ist ein spirituell-gemeinschaftliches Ereignis. Schönheiten und Schwierigkeiten des Miteinanders sind präsent: Auf der einen Seite erleben die Jünger eine gute gemeinsame Zeit, gemeinsames Feiern. Auf der anderen Seite kommen Meinungsverschiedenheiten ans Licht (Rolle des Judas) und die Frage von Unter-/Überordnung in der Gemeinschaft wird thematisiert (Fußwaschung). – Auch wir leben in Gemeinschaft mit anderen Menschen, wo manches schön und gut, manches auch schwierig und herausfordernd ist.

Gründonnerstag Nacht: Jesus sieht das Bevorstehende kommen. Er hat große Angst. – Auch wir haben manchmal Angst, fühlen uns von einer Aufgabe überfordert.

Karfreitag: Jesus wird verurteilt und gekreuzigt. Er stirbt. – Anfeindungen, Leiden und Tod bleiben letztlich keinem Menschen erspart.

Karsamstag: Jesus liegt im Grab. – Manchmal gibt es Zeiten der Trauer und Leere. Alles Gute scheint gestorben zu sein.

Osternacht: Das Unglaubliche geschieht: Jesus wird vom Tod zu neuem Leben auferweckt. – In der Natur können wir besonders im Frühling sehr eindrucksvoll das Erwachen neuen Lebens beobachten. Manchmal gibt es auch solche Momente in unserem Leben, wo neues Leben entsteht oder wächst, Kräfte zurück kommen, Glück, Freude und große Lebendigkeit erfahrbar sind.

Ostersonntag: Jesus begegnet seinen Vertrauten. – Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus können unser Leben zum Positiven verändern.

Das sind nur ein paar Beispiele, wie Karwoche und Ostern mit unserem Leben in Verbindung stehen können. Über allem steht die Botschaft des Höhepunkts der Osternacht: Am Ende siegt das Leben, die Liebe, das Gute!

Ist das nicht eine Botschaft, die Hoffnung macht? In jede noch so unterschiedliche Situation des Lebens hinein kann uns diese Botschaft begleiten. Mir erhellt sie das ganze Leben. Sie hilft mir, auch in schwierigen Situationen durchzuhalten und grundsätzlich optimistisch zu sein.

Was bedeutet Ostern für dich und dein Leben?

Tu, was du kannst!

Perspektiven für die 5. Fastenwoche

Zum Anhören:
Zum Lesen:

Mein 1-jähriges Kind lebt jeden Tag mit großem Vertrauen. Es vertraut darauf, dass es gefüttert wird, dass es gewickelt wird, dass es entsprechend der jeweiligen Temperaturen angezogen und umgezogen wird, dass die größeren Menschen aufpassen, wenn es frisch und munter die Welt entdeckt und sich auch da und dort in Gefahr begibt.

Wann habe ich so ein Vertrauen?, frage ich mich. Mein Leben schaut eigentlich ganz anders aus. Ich mache mir jeden Tag viele Sorgen. Das Versorgen der Kinder ist zwar nicht eine Sorge im engeren Sinn, aber ich kann nicht einfach darauf vertrauen, das die Grundbedürfnisse der Familie von selbst gestillt werden. Man spricht von „Sorge für“. Ich sorge für dich, ich sorge für uns, ich sorge für das Kind, ich sorge für mich, usw. Dazu kommt dann aber auch die „Sorge um“. Da geht es um Sorgen im engeren Sinn. Ich sorge mich um eine gute Zukunft für meine Kinder und für uns alle. Viele Entwicklungen sind momentan durchaus besorgniserregend. Andere sind auch gut. Ich vermute, Sorgen gehören zum Elternsein einfach dazu.

Dabei möchte ich aber etwas lernen von meinem Kind. Das Leben eines Kindes ist schön, wenn es gut umsorgt und versorgt ist. Es braucht sich um nichts zu kümmern und lebt immer in der Gegenwart. Es tut, was es tun kann und ist glücklich damit. Es sorgt sich nicht um das, was es nicht kann. Zumindest nicht in den ersten Lebensjahren. Es probiert einfach und lernt jeden Tag Neues dazu.

Manchmal können Sorgen eine Änderung im Leben bewirken. Die Sorge um die Zerstörung der Umwelt hat bei mir z.B. zu manchen kleinen Änderungen in meinem Lebensstil geführt. Eine Sorge kann also durchaus ein Motor für Veränderung sein. Allerdings tut es uns nicht gut, wenn wir uns zu sehr mit Sorgen beschäftigen, besonders wenn sie Bereiche betreffen, die wir nicht beeinflussen und ändern können.

Ich denke, es ist gut, wenn wir dort handeln oder etwas zum Besseren verändern, wo wir es können. Was außerhalb unseres Einflussbereichs liegt, können wir ruhig vertrauensvoll in andere Hände legen und uns über das freuen, was uns in unserem jeweiligen Lebensbereich gelingt und was wir gut können. So, wie es jedes kleine Kind tut.

Ich frage mich also:

  • Was kann ich tun, verändern oder lernen?
  • Und was ist vielleicht besser anderen oder auch Gott anzuvertrauen und loszulassen?

Im Licht sind viele Farben

Perspektiven für die 4. Fastenwoche

Zum Anhören:
Zum Lesen:

Wenn ich in der Dunkelheit unterwegs bin, sehe ich nicht viel. Wenn es kein Licht gibt, ist alles schwarz. Das ist aber nur selten der Fall. Zumindest ein bisschen Licht ist meistens da, und ist auch notwendig, um überhaupt etwas sehen zu können. Allerdings sehe ich mit wenig Licht nur die verschiedenen Schattierungen zwischen schwarz und weiß.

Wenn ich jedoch bei Tageslicht unterwegs bin, sehe ich viel mehr! Die Welt ist dann nicht mehr nur schwarz-weiß. Viele Farben werden sichtbar. Besonders eindrucksvoll sind sie an einem schönen Sonnentag. Und gerade jetzt, wenn der Frühling kommt, werden wir in der Natur wieder vermehrt bunte Farben sehen.

Im Leben gibt es verschiedene Ähnlichkeiten zu den Erfahrungen mit dem Licht.

Es gibt z.B. Begegnungen, wo ich sozusagen im Dunklen tappe, meine Sicht eingeschränkt ist. Ich sehe oder verstehe vieles nicht, wenn ich jemanden nicht gut oder nur oberflächlich kenne. Wenn ich mich dann mehr mit der Person beschäftige, wird mit der Zeit vieles klarer. Es ist, wie wenn mir „ein Licht aufgeht“ und ein schönes buntes Bild sichtbar wird.

Die derzeitige Pandemie bewirkt immer wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen uns Menschen, z.B. dahingehend, ob die Schutzmaßnahmen gut oder schlecht sind bzw. wie man damit umgehen soll. Nicht selten beobachte ich hier Unverständnis, Einseitigkeiten und ein Aneinandervorbeireden. Wenn ich immer nur bei meiner eigenen Perspektive bleibe und alles andere grundsätzlich ablehne, begebe ich mich in eine Dunkelheit, wo ich nur schwarz-weiß oder grau sehe. Wenn ich jedoch versuche, gut zuzuhören und mein Gegenüber zu verstehen, wird mir das eine oder andere Gespräch vielleicht neue Farben zeigen, die ich so vorher noch nicht gesehen habe.

Auch in mir drin kann es auch dunkel und grautönig sein, wenn ich z.B. traurig oder niedergeschlagen bin. Farben kommen ins Leben durch liebevolle Menschen, eindrucksvolle Erlebnisse, hoffnungsvolle Nachrichten, Erfahrungen von Glück und Freude. Wenn wir das erleben, bewegen wir uns im Licht. Zwar gibt es auch im Licht dunkle Farben und auch Schatten, aber die Buntheit macht das Leben doch eigentlich erst richtig reich.

Oder wie siehst du das? Und welche Farben siehst du in deinem Leben? Sowohl physisch bei Dingen, als auch übertragen bei Stimmungen – in dir oder in anderen Menschen?

Ein bewusstes Wahrnehmen kann wie ein großes Licht sein, das viele Farben sichtbar macht.

Du bist ein Heiligtum

Perspektiven für die 3. Fastenwoche

Zum Anhören:
Zum Lesen:

Weißt du eigentlich, dass du ganz besonders wertvoll bist? Kein Schatz, kein Edelmetall, kein Edelstein, kein noch so kostbares Material ist so wertvoll wie du. Und dabei ist es ganz egal, wie du aussiehst und wie du selbst zu dir stehst. Du bist ein Mensch, und als solcher bist du unglaublich wertvoll.

In vielen Religionen gilt „Heiliges“ als besonders wertvoll. Manche kennen den Begriff eines „Allerheiligsten“. Das ist etwas, dem sie eine große Nähe zum Göttlichen zuschreiben, manchmal sogar Gott selbst darin sehen. Rund um solche „heiligen“ Dinge bauen Menschen schon seit Jahrtausenden „Heiligtümer“, prachtvolle Gebäude, in denen sie Begegnung mit dem Göttlichen suchen.

Obwohl wir im Christentum auch solche Gebäude bauen – und in manchen Konfessionen sogar ein „Allerheiligstes“ im Tabernakel einer Kirche kennen –, relativiert doch die Botschaft des Jesus von Nazareth den Wert solcher gebauten Heiligtümer. Schöne religiöse Gebäude haben ihre Berechtigung und ihren Wert. Einen noch viel größeren Wert aber haben wir Menschen selbst. Man kann sogar sagen, dass jeder Mensch ein Heiligtum ist.

Aber was kann das für uns bedeuten?

Wie schon erwähnt, geht es bei Heiligtümern um Begegnung mit dem Göttlichen bzw. mit Gott. Innen drin ist etwas, wo sozusagen Gott „wohnt“. Mit dieser Gegenwart Gottes sollen Menschen beim Betreten eines Heiligtums in Berührung kommen.

Übertragen auf uns Menschen heißt das für mich: In mir drin, in meinem Innersten, ist ein Platz, wo Gott „wohnt“, wo ich selbst Gott ganz nahe kommen kann. Gleichzeitig bin ich als ganzer Mensch gerufen, eine Art „Heiliger Ort“ zu sein, durch den auch andere Menschen diesem Gott begegnen können. Ebenso kann ich Gott in anderen Menschen begegnen.

Ein Heiligtum lenkt den Fokus auf Wesentliches. Unwesentliches, Konsum und Nebensächlichkeiten aller Art können von diesem Fokus ablenken. Ich glaube, ich werde diese Woche ein bisschen darüber nachdenken, wie es diesbezüglich bei mir und in meinem Leben ausschaut…

Und du? Was zählt für dich zum Wesentlichen im Leben? Was sind deine größten Ablenkungsfaktoren und Nebensächlichkeiten, mit denen du dich beschäftigst? Fällt dir etwas ein, das du vielleicht ändern möchtest, um als „Heiligtum“ noch mehr zu strahlen?

Gipfelerlebnisse tun gut

Perspektiven für die 2. Fastenwoche

Zum Anhören:
Zum Lesen:

Bei uns in Tirol gibt es viele Berge. Etliche davon sind das ganze Jahr über beliebte Ziele für Freizeitaktivitäten. Wandern und Bergsteigen im Sommer – Rodeln, Skifahren und Skitouren im Winter begeistern viele Menschen.

Manchmal kann es vorkommen, dass man in der Früh oder am Vormittag eine Bergtour beginnt oder zum Skifahren in hohe Gebiete aufbricht und unten im Tal alles noch in dichten grauen Nebel getaucht ist. Je höher man dann kommt, desto mehr lichten sich die Wolken und ab einer gewissen Höhe erreicht man eine wunderschöne Berglandschaft. Dort erhebt sich wolkenloser, blauer Himmel und die Sonne strahlt mit angenehmer Wärme ins Gesicht, während unterhalb eine undurchsichtige Wolkendecke liegt. Solche Erlebnisse führen nicht selten zu Aufatmen und Staunen.

Allerdings muss es nicht unbedingt so eindrucksvoll sein. Auch an anderen Tagen können Aufenthalte in den Bergen aufbauende Erlebnisse ermöglichen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man z.B. nach einem anstrengenden Aufstieg einen Gipfel erreicht, einen schönen Ausblick in die weite Berglandschaft bestaunen und vielleicht noch eine gute, stärkende Jause genießen kann.

Solche Gipfelerlebnisse tun gut! Sie führen zu vermehrter Ausschüttung von Glückshormonen und geben Kraft für den Alltag, der vielleicht manchmal eintönig oder anstrengend sein kann.

Nicht immer braucht es einen echten Berg für ein Gipfelerlebnis. Im übertragenen Sinn können auch andere Höhepunkte – „Highlights“ – unseres Lebens „Gipfelerlebnisse“ sein. Besondere Gipfelerlebnisse anderer Art sind vielleicht eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes. Es kann aber auch etwas kleines sein: ein gutes Gespräch mit einem Freund, eine gemeinsame Unternehmung mit den eigenen Kindern, ein Spaziergang mit einer alten Bekannten, eine ruhige Zeit für sich alleine, …. und vieles mehr.

  • Was sind deine besten oder beliebtesten Gipfelerlebnisse?
  • Für welche Highlights in deinem Leben bist du besonders dankbar?
  • Gibt es ein solches Erlebnis, das du in der kommenden Woche vielleicht – wieder einmal – bewusst planen und genießen könntest?
  • Oder, im Wissen, dass letztlich auch vieles nicht planbar ist, magst du vielleicht einfach bewusst darauf achten, die kleinen Highlights im Alltag zu entdecken und dafür zu danken?

Gipfelerlebnisse tun gut. Mögen sie uns allen Kraft geben.